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Der Schutzpatron der Seefahrer und Segler stellte die Teilnehmer des diesjährigen Wandersegelns der SSG Stormvogel Steinfurt e. V. auf die Probe. In seinem Gepäck hatte er alles, was die Elemente zu bieten haben: strahlende Sonne, kräftigen Wind und ergiebigen Regen. Doch wer sich Stormi nennt, lässt sich davon nicht aufhalten. Mit seemännischem Geschick, guter Laune und gelebter Gemeinschaft trotzten die Crews den Herausforderungen und erlebten ein unvergessliches Wochenende auf den friesischen Gewässern.

Bereits die Wettervorhersage für den Fronleichnamstag ließ nichts Gutes ahnen. Zunächst untersagte der Vercharterer lediglich das Auslaufen am Feiertag. Nachdem jedoch selbst das Ablegen eines Bootes durch den erfahrenen Vercharterer alles andere als problemlos verlief, wurde das Fahrverbot auf den gesamten Tag und die gesamte Flotte ausgeweitet.

Angesichts der Berichte über gekenterte Polyfalken und eines Rettungseinsatzes der KNRM für ein Charterboot, dessen Besatzung sich nicht an das Verbot gehalten hatte, erschien das Abwettern im sicheren Hafen als die deutlich bessere Wahl. So blieb Zeit für eine entspannte Mittagspause, Erkundungstouren durch Langweer, die Jagd nach Geocaches und gemeinsame Kaffeerunden im Ort. Gegen Abend traf schließlich auch die Crew eines Eignerbootes ein, und im schützenden Windschatten der Yachthalle wurde gemeinsam gegrillt, erzählt und gelacht.

Der Freitag begrüßte die Segler mit freundlicheren Bedingungen: 2 bis 3 Beaufort versprachen einen angenehmen Segeltag. Gemeinsam führte die Route über den Prinses-Margriet-Kanal, vorbei an Woudsend bis nach Heeg. Einige Crews hatten allerdings die Kraft der Sonne unterschätzt und strahlten am Abend mindestens genauso intensiv wie der Himmel tagsüber. Beim gemeinsamen Abendessen wurde gefachsimpelt, Erfahrungen wurden ausgetauscht, und natürlich durfte auch die Beobachtung des Hafenlebens nicht fehlen. Gerade diese Momente machen den besonderen Geist der Segelsportgemeinschaft aus: gegenseitige Unterstützung, gemeinsames Lernen und die Freude am Segeln.

Für Sonntag kündigten die Wetterberichte erneut bis zu sieben Windstärken an. Daher fiel die Wahl auf Joure als Etappenziel, um den Heimweg am letzten Tag möglichst kurz zu halten. Zunächst führte der Kurs jedoch westwärts bis nach Galamadammen. Bei frischem Wind und teils kräftigen Böen konnten Mannschaften und Material zeigen, was in ihnen steckt. Nach einer wohlverdienten Pause mit Kaffee, Tee und Plätzchen fiel die gemeinsame Entscheidung, den Rückweg über das Heeger Meer anzutreten. Die berühmten Kibbeling von Stavoren mussten diesmal warten – ein guter Grund, beim nächsten Wandersegeln zurückzukehren.

Die Rückfahrt verlief zügig. Mit gutem Wind liefen die Boote beinahe auf direktem Kurs an Heeg vorbei bis zum Kanal. Nach einigen Manövern, dem Passieren der Brücken bei Langweer und vor Joure sowie dem routinierten Zusammenspiel der Crews wurde schließlich das nächste Etappenziel erreicht.

Der Abend klang zunächst gemütlich unter einer Plane im Cockpit eines der Boote aus. Doch eine kräftige Regenfront setzte dem geselligen Beisammensein ein Ende und trieb alle unter Deck. Immerhin konnte dabei eine wichtige Erkenntnis gewonnen werden: Sämtliche Boote erwiesen sich als absolut dicht.

Am Sonntag zeigte sich schließlich der angekündigte Starkwind. Das Ablegen erfolgte deutlich bedächtiger als an den Tagen zuvor. Die Strecke war zwar kurz, doch die Bedingungen verlangten Konzentration und saubere Manöver. Nach dem Tanken und dem obligatorischen Cappuccino oder Kakao ging es hinaus auf die Langwarder Wielen. Im Schutz von Ufer und Bebauung sowie bei allmählich nachlassenden Böen konnten die letzten Schläge sogar noch mit gerefftem Vorsegel gesegelt werden.

So kehrten schließlich alle Teilnehmer wohlbehalten in den Charterhafen zurück – im Gepäck viele neue Erfahrungen, spannende Geschichten, gute Gespräche und zahlreiche Erinnerungen. Die Bootsabgabe und die Heimreise verliefen reibungslos. Und während die Segeltaschen wieder verstaut wurden, richteten sich die Gedanken bereits auf das nächste Abenteuer: das Wandersegeln 2027 mit alten Freunden, neuen Crews und hoffentlich ebenso vielen unvergesslichen Momenten.

Text und Fotos: Reinhard Reppenhorst

Wichtiger Hinweis für Mitglieder der SSG:
Das nächste Wandersegeln auf den Friesischen Seen findet Fronleichnahm 2027 statt.
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